Pinoystyle

(Ausschnitt aus dem Kapitel)

Als Vilma, Stevaro und ihre Kinder im Condominium einzogen, freuten sich die Kinder am meisten über den Pool, den sie auch intensivst nutzten. Vermutlich waren sie diejenigen, welche die Statistik über den Poolbesuch durcheinander brachten, denn die Aufsicht des Pools, erfasste wer rein ging und wie lange. Aber der Eigentümer Mr. Tan, ein Chinese, fand das in Ordnung, da doch sein ‘Spielzeug’ genutzt wurde. Denn die ganze Freizeitumgebung hatte er auf seine persönlichen Vorlieben abgestimmt:

Pinoy auf Kokosnussjagd

Pinoy auf Kokosnussjagd

Sauna, Tischtennis, Gymnastikraum und natürlich den Pool. So ergaben sich etliche Gespräche mit ihm, wo Stevaro und seine Kinder viele Eindrücke von ihm aufnehmen konnten. Dass Mr. Tans Tochter mit Vilmas Tochter Larissa in die selbe Klasse ging, war zwar Zufall, aber mit Sicherheit kein negativer. So erzählte Mr. Tan auch von seiner Familie und dass seine Schwester, nicht weit vom Condo entfernt, ein Hotel besaß, wo man auch sehr gut essen könne.

Also wollten Stevaro und Vilma natürlich ohnehin ihre Umgebung erforschen und entschlossen sich zum Essen in diesem Hotel. Sie spazierten durch die Umgebung und mussten sich ständig von anderen fragen lassen, warum sie denn kein Taxi bräuchten. In der Anfangszeit ging es ihnen noch auf den Keks, dieses ständige “Taxi Sir?”. Die Filipinos waren alle völlig irritiert, dass es doch tatsächlich solche Spinner gab, die hier laufen wollten. “Das müssen Geizige sein …” hörten sie hier und da durch!

Nun hat das Hotel außen an der Straße mit einem großen Plakat damit geworben, zu einem guten Preis komplette Menüs anzubieten. Sie wollten es testen und schauten außen noch die anderen Serviceleistungen des Hotels an: da gab es einen Frisör, eine Dentalclinic, usw. Rein interessehalber fragten sie mal nach den Preisen dieser Dienstleistungen und sahen es dann als vernünftiger an, sich aufs Essen zu beschränken und besser woanders zum Haare schneiden oder Zahnarzt zu gehen.

Also gingen sie rein und setzten sich. Merkwürdigerweise sahen sie fast mehr Bedienstete als Gäste, was jedoch nicht das einzige mal bleiben würde. Gerade die Gastronomie und der Tourismus hatten seit Jahren Probleme auf die Füße zu kommen, wenn man mal von ein paar wenigen guten Standorten absah.

Der Leuchtturm in Liloan

Der Leuchtturm in Liloan

Eine der Bediensteten brachte ihnen die Karte. Sie blätterten die Karte vor und zurück, doch wo standen die Menüs? Normalerweise wäre es ja egal, aber die Preise in der Karte unterschieden sich doch beträchtlich von denen auf der Werbung vor der Tür.
So fragten sie “Wo stehen die Menüs von der großen Werbetafel auf der Straße?”
Urplötzlich sprach und verstand die Bedienung kein Englisch mehr. Die philippinische Variante des ‘Blackouts’! Das war ihnen aber nicht neu, dafür aber hochgradig verdächtig! Denn immer wenn man vom freundlichen Englisch auf irritiertes Cebuano oder eine andere Sprache flüchtete, dann war etwas oberfaul.

Stevaro probierte es noch mal mit einem weiteren Anlauf “Drausen, schöne Bilder der Menüs, günstiger Preis …”
“Ha?”
“Ja, die preiswerten Menüs mit Vorspeise und Dessert, gibt’s denn die nicht?” Aber es hilft nichts, sie WOLLTE Stevaro nicht verstehen.

Nun wusste er aber, dass die Hotelbesitzerin die Schwester von ihrem ‘Mr. Tan’ war, den sie hier und da beim Schwimmen trafen. Also sprach Stevaro dann nochmal zu der Bedienung, dass wenn sie nun nicht die Menüs essen dürften, er das als unakzeptabel empfinden würde. Erst dafür werben und dann nicht anbieten wollen, sei nicht gerade seriös! Dies sei für ihn dann später sicher auch Anlass mit der Besitzerin über diese unrühmliche Masche zu sprechen, wobei er dann mehrfach den Namen ‘Tan’ nannte. Dies entsprach nun wirklich nicht seinen Gepflogenheiten, andere Namen ins Spiel zu bringen. Aber der Hunger trieb ihn hier mit einer Abkürzung durch seine Kinderstube …

(Fortsetzung im Buch)